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KI-Lösungen bei Herstellern und Großhändlern

Herausforderungen bei der Implementierung bleiben bestehen

Künstliche Intelligenz hat sich in B2B-Unternehmen etabliert. Sie ist weit mehr als ein vorübergehender Hype. Das zeigt eine aktuelle Analyse von ECC Köln. Gleichzeitig offenbaren sich die Herausforderungen, die bei der Implementierung von KI-Lösungen weiterhin bestehen.

Im Rahmen des B2BEST Barometers von ECC KÖLN, synaigy und VTEX wurden 200 Großhändler und Hersteller befragt. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (54 %) stuft Künstliche Intelligenz bereits heute als sehr oder äußerst relevant für das eigene Geschäft ein (2024: 49 %). In fünf Jahren rechnen sogar 85 Prozent mit einer hohen Bedeutung von KI (2024: 75 %). Besonders großes Potenzial sehen die Befragten darin, Kundenanfragen schneller und qualitativ hochwertiger zu bearbeiten (78 %) sowie Entscheidungsprozesse präziser und verlässlicher zu gestalten (77 %). Zudem erwarten knapp drei Viertel der Unternehmen (74 %), mithilfe von KI zusätzliche Umsatzpotenziale zu erschließen, etwa durch neue datenbasierte Produkte oder Services. Trotz der großen Relevanz des Themas, zeigen sich beim Blick in die Praxis teilweise Implementierungslücken.

Anstieg in vielen Bereichen

Im Vergleich zu 2024 ist der Einsatz von KI-Lösungen in vielen Bereichen deutlich gestiegen. Die Top 3 der aktuell eingesetzten KI-Lösungen sind: Chatbots und virtuelle Assistenten (48 %, 2024: 39 %), die automatisierte Dokumentenerstellung (45 %; 2024: 36 %) sowie die automatische Verbuchung von Zahlungseingängen (44 %). Insgesamt schreitet die Automatisierung entlang der Wertschöpfung weiter voran: 41 Prozent der Großhändler und Hersteller setzen KI für automatisierte Produktbeschreibungen und Content-Erstellung ein, 39 Prozent zur Automatisierung interner Workflows und 37 Prozent zur Anreicherung von Produktdaten im PIM.

„Die Richtung ist klar: KI wird im B2B immer relevanter. Bei einem Großteil der befragten Unternehmen sind generative KI-Lösungen wie ChatGPT, CoPilot oder Gemini schon im Einsatz. ChatGPT und Co. zu nutzen bedeutet allerdings noch lange nicht, KI fest in der Wertschöpfung zu verankern. Genau dieser Unterschied wird aber entscheidend sein für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen “, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH KÖLN und Gründer des ECC KÖLN.

Herausforderungen bleiben

Trotz des zunehmenden Einsatzes von KI bleiben die Herausforderungen für Großhändler und Hersteller seit zwei Jahren weitgehend unverändert. Als größte Hürden gelten weiterhin die Integration in bestehende Systeme (44 %; 2024: 43 %), Datenschutz- und Sicherheitsrisiken (37 %; 2024: 39 %) sowie die hohe technische Abhängigkeit (30 %; 2024: 34 %). Mit Blick auf den ab August 2026 vollständig geltenden EU AI Act¹ zeigt sich zudem Zurückhaltung: Mehr als die Hälfte der Unternehmen (56 %) beobachtet die Regulierung, ohne aktiv zu handeln. Besonders kleinere Unternehmen sehen aktuell keinen Handlungsbedarf (25 %).

„Die Studie zeigt: Viele Unternehmen erkennen das Potenzial von KI, behandeln sie aber noch zu oft als isolierte Einzellösung ohne klare Strategie. Der Erfolg von KI wird zudem selten systematisch gemessen – damit fehlt die Basis, um ihren tatsächlichen Mehrwert zu bewerten und sie nachhaltig in der Wertschöpfung zu verankern. Entscheider sollten daher nicht auf den perfekten Use Case warten, sondern zeitnah einen messbaren Piloten entlang der eigenen Wertschöpfungskette umsetzen“, erklärt Joubin Rahimi, Geschäftsführer synaigy GmbH.

Gestern um 09:59 von Jürgen Wetzstein

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