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CEO Ton Anbeek
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Trotz Umsatz- und Gewinnsteigerung

Lieferengpässe sorgen bei der Accell-Gruppe für Gegenwind

„Wir sind auf gutem Weg, unsere Ziele für 2022 zu erreichen“, sagt CEO Tom Anbeek angesichts der soeben veröffentlichten Geschäftszahlen der Accell-Group für das erste Halbjahr 2021. Aber es gibt weiter Bremsklötze und Sorgenfalten.

Der Fahrrad- und Zubehörhersteller konnte vom allgemeinen Nachfrageschub im Fahrradsegment profitieren. „Trotz Lockdown und geschlossenen Fahrradgeschäften in verschiedenen Ländern in den ersten vier Monaten des Jahres blieb die Nachfrage nach Fahrrädern sowie Teilen und Zubehör in ganz Europa und über alle Segmente hinweg hoch“, so Anbeek. Demgegenüber standen jedoch als Hemmschuh die Störungen in der Lieferkette, die noch bessere Zahlen verhindert haben. Anbeek erklärt: „Globale Lieferkettenengpässe bei kritischen Komponenten haben die Produktverfügbarkeit eingeschränkt und damit unseren Fahrradumsatz im ersten Halbjahr beeinträchtigt. Unsere Wertschöpfung erholte sich dank niedrigerer Rabatte und Preismaßnahmen, die den Anstieg der Materialpreise und zusätzliche Kosten für die Lieferkette mehr als ausgeglichen haben. In Kombination mit unserem anhaltenden Fokus auf das Kostenmanagement hat dies zu einem deutlichen EBIT-Anstieg und einer weiteren Margenverbesserung geführt.“

Umsatz- und Gewinnplus

Die nackten Zahlen für das erste Halbjahr 2021 lesen sich so: Der Nettoumsatz stieg um 3,3 % auf 699,1 Mio. EUR an. Der Nettogewinn erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 54,3 % auf 44,2 Mio. EUR an. Wachstumsmotor war hauptsächlich der Bereich Teile und Accessoires mit einem Plus von 29,3 %, während der Fahrradsektor einen Umsatzrückgang von 4,8 % verzeichnete. Hier hat insbesondere die Region Zentraleuropa (DACH-Region und Osteuropa) unter der Komponenten-Knappheit zu leiden gehabt, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht - insbesondere das sportliche Segment mit den Marken Haibike und Ghost, aber auch Winora. Der Rückgang wird mit 15,4 % auf 198,1 Mio. EUR beziffert. Die Benelux-Länder hielten hingegen ihr Vorjahresniveau mit 134,0 Mio. EUR Fahrradumsatz, in den anderen Ländern stieg der Umsatz insbesondere durch Wachstum im französischen Markt um 7,9 % auf 158,8 Mio. EUR.
Interessant ist eine weitere Kennzahl: Das Unternehmen weist einen negativen Free Cashflow in Höhe von 71,9 Mio. EUR aus, der damit begründet wird, dass verfügbare Mittel verstärkt in den Aufbau von Lagerbeständen gesteckt wurden.

Ausblick

Für die Zukunft ist die Accell-Gruppe positiv gestimmt. „Die positiven Auswirkungen des Radfahrens sind von Regierungen, Unternehmen und Verbrauchern gleichermaßen erkannt worden. Elektrifizierung, Investitionen in die Fahrradinfrastruktur, staatliche Steueranreize und Subventionen werden auch in den kommenden Jahren solide Wachstumstreiber sein“, erwartet der Fahrradkonzern. Und weiter: "In Kombination mit unserem starken Portfolio führen diese Trends zu einer hohen Nachfrage nach unseren Fahrradmarken und -produkten. Unsere Auftragsbücher sind stark und gut gefüllt, und wir erwarten, dass sich die traditionelle Fahrradsaison bis in die zweite Hälfte des Jahres 2021 erstreckt“.
Aber es gibt auch Sorgenfalten aufgrund der globalen Einschränkungen in der Lieferkette, auch aufgrund der der Verbreitung der Delta-Variante in Asien, die in letzter Zeit zu neuen Lieferengpässen geführt habe.

23. Juli 2021 von Jürgen Wetzstein

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