
Volker Wissing auf der Eurobike
Radfahren soll keinen Mut brauchen
„Einfach radeln, ohne Angst, ganz in Ruhe und sorglos. So sollte Radfahren sein.“ So eröffnete Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr seine heutige Keynote auf der Eurobike. In seiner Ansprache erkannte der Minister aber auch an, dass die Gegebenheiten für sorgenloses Radfahren vielerorts noch nicht gegeben sind. „In meiner Vorstellung on gutem Radverkehr muss man nicht mehr mutig sein, um aufs Rad zu steigen“, so Wissing. Dass der Radverkehr in vielen Fällen gefährlich ist, möchte er ändern.
Im Jahr 2021 hat das Bundesministerium mehr als 1200 Radverkehrsmaßnahmen, darunter Abstellanlagen und geschützte Radwege gefördert. Insbesondere Abstellanlagen an Bahnhöfen seien wichtig, auch weil der Trend zu wertvolleren Rädern und E-Bikes geht. Die auch damit zusammenhängenden Umsatzzahlen der Fahrradbranche nannte Wissing beeindruckend und wertet sie als Zeichen, dass die Mobilitätslösung Fahrrad volle politische Aufmerksamkeit verdient.
Geld allein reicht nicht
Die Finanzhilfen, die für Investitionen in die Radinfrastruktur an die Länder gezahlt werden, sollen bis 2030 auf eine Milliarde Euro pro Jahr belaufen. Diese Verstetigung hebe die Möglichkeiten der Kommunen auf ein neues Niveau, sagte Wissing. Als Reaktion auf Kritik am Haushaltsentwurf der Bundesregierung sagte Wissing, dass es die Möglichkeit geben könnte, die Investitionen ab dem nächsten Jahr auf 1,5 Milliarden Euro hochzufahren.
Geld allein reicht aber nicht, um den Radverkehr voranzubringen, so Wissing weiter. Dafür braucht es auch Experten und Expertinnen für Radverkehr. Gerade im Bereich Tiefbau und Stadtplanung startet das Bundesministerium deshalb eine Fortbildungsoffensive. In dieser Hinsicht hob Wissing auch die Bedeutung der Radverkehrsprofessuren hervor, für deren Arbeit sich viele Studierende interessieren.
Die vielfach geforderte Überarbeitung des Straßenverkehrsgesetzes nehme sein Ministerium ernst und prüfe gerade deren Umsetzung. Auch Themen wie Umweltschutz und Gesundheit müssen ihren Einzug in das Gesetz und die Straßenverkehrsordnung finden. In die letztendliche Umsetzung soll sich das Ministerium aber nicht zu sehr einmischen. Inspiration könne das Ministerium allerdings geben, zum Beispiel in der neuen Broschüre „Einladende Radverkehrsnetze“, die Best-Practice-Beispiele aufzeigt.
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