Eurobike will sich neu erfinden
B2B-Messe wird zweijährig, B2C-Festivals expandieren
Die Nachricht, dass die Eurobike nach der nächstjährigen Auflage nur noch alle zwei Jahre stattfinden soll, hatte Ferger bereits am Morgen in der Auftaktpressekonferenz verkündet. Die Messegesellschaft wolle damit vor allem einem häufig geäußerten Wunsch ihrer Aussteller nachkommen und dem gestiegenen Kostendruck in der Branche Rechnung tragen, heißt es aus dem Eurobike-Team.
Zudem liegt die Vermutung nahe, dass die Ankündigung als subtiles Friedensangebot in Richtung des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) und seiner für 2027 angekündigten Towards Tomorrow European Bike Show zu verstehen sein könnte. Während eine direkte Zusammenarbeit vorerst vom Tisch sein dürfte, erhofft man sich auf Veranstalterseite wohl zumindest eine Kompromisslösung zur alternierenden Koexistenz der beiden Formate. Entsprechende Spekulationen werden im Eurobike-Team zwar nicht bestätigt, ihnen wird aber auch nicht vehement widersprochen.
Der künftige Zweijahresrhythmus ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn dieser Plan bezieht sich ausschließlich auf die Rolle der Eurobike als B2B-Fachmesse. Im Gegenzug plant Fairnamic nämlich auch, die Schlagzahl im B2C-Bereich – also bei den Events für Endverbraucher – deutlich zu erhöhen.
Bereits bisher veranstaltet Fairnamic gemeinsam mit der Agentur Velokonzept alljährlich die Velo Berlin auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Diese könnte künftig deutlicher als Event unter dem Markendach der Eurobike wahrnehmbar sein, wie Ferger in seiner Präsentation andeutete. Zudem wurde der Begriff Eurobike Festival, der bereits für die bisherigen Publikumstage der Fachmesse eingeführt wurde, als Titel für zwei neue, jährliche B2C-Events genannt. Diese sollen ergänzend zur Velo Berlin geografisch in der Mitte und im Süden der Republik platziert werden. Der Gedanke, dass mit dem geplanten Verbraucher-Event im Süden Deutschlands bald wieder die Eurobike-Fahnen vor dem Friedrichshafener Messegelände wehen könnten, scheint nicht ganz abwegig – auch wenn sich die Messemacher zur konkreten Ausgestaltung noch bedeckt halten.
Ins Bild passt dazu jedenfalls die Vorstellung des neuen Show Directors, mit dem das Eurobike-Team einen ausgewiesenen Event-Experten gewinnt: Der neue Messe-Frontmann Matthias Pietsch war zuletzt Geschäftsführer der A.S.O. Germany GmbH, der deutschen Tochter des Tour-de-France-Veranstalters, und bringt damit viel Know-how für die geplante Publikums-Expansion mit.
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