
ZIV-Marktzahlen für 2025
Resilient im Gegenwind
Die Fahrradbranche hat ein anspruchsvolles Jahr hinter sich, beweist aber einmal mehr ihre Widerstandsfähigkeit. Trotz spürbarer konjunktureller Herausforderungen zeigen die Marktdaten für 2025, dass sich der Markt auf einem soliden und in vielen Bereichen deutlich über dem Vor-Corona-Niveau liegenden Level einpendelt.
Umsatz und Verkaufswert
Im vergangenen Jahr sank der Gesamtumsatz aus dem Verkauf von Fahrrädern und E-Bikes um 7,7 Prozent auf rund 5,85 Milliarden Euro. Trotz dieses Rückgangs bleiben die Umsätze damit weiterhin auf einem Niveau, das spürbar über den Werten vor der Pandemie liegt.
Produktion
Die Inlandsproduktion zeigte sich mit insgesamt 1,9 Millionen hergestellten Fahrzeugen nahezu stabil, was lediglich einem leichten Rückgang von 1,4 Prozent entspricht. Während die Produktion klassischer Fahrräder um 3 Prozent auf 658.000 Stück anstieg , gab die Herstellung von E-Bikes leicht um 3 Prozent auf rund 1,3 Millionen (exakt 1.285.000) Stück nach. Bei den Gesamtstückzahlen ist man wieder auf Vor-Corona-Niveau angekommen, durch den höheren E-Anteil ist der Wert aber deutlich höher als früher.
Immer noch zu leiden haben die Hersteller von Zweiradteilen. Hier sank die Inlandsproduktion ein weiteres Mal, diesmal um 9 Prozent auf nun 850 Millionen Euro.
Durchschnittspreise
Spürbare Rabattaktionen haben in fast allen Modellgruppen die Verkaufspreise gedrückt. Dies machte sich insbesondere bei den E-Bikes bemerkbar, deren Durchschnittspreis um 3,8 Prozent auf 2.550 Euro sank. Klassische Fahrräder hingegen zeigten sich preisstabil und kosteten weiterhin durchschnittlich 500 Euro. Bei diesem niedrigen Durschnittspreis ist klar, dass hier auch die gern geschmähte „grüne Wiese“ berücksichtigt ist. Im Fachhandel haben die beliebten Gravelbikes und Rennräder für ein stabiles Fundament im unmotorisierten Bereich gesorgt.
Beliebteste Modellgruppen
Ein Blick auf die Präferenzen der Käuferinnen und Käufer zeigt klare Favoriten: Im E-Bike-Segment dominieren weiterhin die E-MTBs mit einem deutlichen Anteil von 38,0 Prozent, gefolgt von E-Trekkingrädern mit 24,0 Prozent und E-Cityrädern mit 19,0 Prozent.
Bei den unmotorisierten Modellen führen die Trekkingräder mit 39,5 Prozent den Markt an, während City- beziehungsweise Urban-Bikes auf 14 Prozent kommen. Der hohe Gravel-Anteil von 10 Prozent zusammen mit weiteren 6,5 Prozent Rennrad zeigt, wie wichtig diese Segmente heute geworden sind. Das unmotorisierte Mountainbike mit 3 Prozent Marktanteil im vergangenen Jahr bleibt weiter abgehängt.
Erstaunliche Leasing-Stabilität
Die Zahlen belegen: Aus dem Boom der Vorjahre ist ein robustes Fundament erwachsen. Doch die reine Betrachtung von Produktion und Verkauf erzählt nur einen Teil der Geschichte. Das Dienstradleasing hat sich besser behauptet, als angesichts der Rabattschlachten allgemein wahrgenommen wurde. Wasilis von Rauch zeigte in den Zahlen von Zukunft Fahrrad auf, dass die Umsätze weitgehend stabil geblieben sind. Mit 2,8 Milliarden Euro bewegt sich das Leasing seit 2023 auf diesem Niveau. Das wurde erreicht, obwohl weniger Leasing-Verträge abgeschlossen wurden (von 790.000 in 2023 über 750.000 in 2024 auf 720.000 Verträge in 2025). Das Niveau soll laut seinen Prognosen auch dieses Jahr so bleiben, bis 2027 wieder eine spürbare Steigerung erwartet wird.
Erstmals Refurbishing im Fokus
Der Markt für professionell aufbereitete Gebrauchträder (Refurbishment) wächst gleichzeitig rasant. Mit 80.000 hochwertigen Bikes, die allein die in den Verbänden organisierten Unternehmen an Rückläufern zählen, hat sich die Zahl binnen einen Jahres nochmals verdoppelt. Das sollte durchaus einen gewissen Einfluss auf den Neuradverkauf haben. Doch die Verbände gaben sich bei der Präsentation betont entspannt. Dieser Markt spreche vor allem eine preisbewusste Zielgruppe an, die neu angesprochen wird.
Fachhandel mit Umsatzrückgängen
VSF-Geschäftsführer Uwe Wöll präsentierte noch bemerkenswerte Zahlen aus dem Fachhandel. Hier zeigt sich, dass die Betriebe wie in den Jahren zuvor mitunter sehr individuelle Entwicklungen vorweisen. In Summe steht aber doch ein klarer Umsatzrückgang um 6,8 Prozent in den Büchern. Schon die Jahre 2023 und 2024 bedeuteten Umsatzrückgänge. Immerhin haben sich die von VSF und Bico gemessenen Durchschnittspreise stabilisiert, ebenso wie der Leasing-Anteil. Der Blick nach vorne zeigt, dass viele wieder bessere Tage erwarten: Bei der Erwartung zur Umsatzentwicklung 2026 zeigt sich eine Normalverteilung wie aus dem Lehrbuch. „Die Umsatzerwartungen des Fachhandels für 2026 halten sich weitgehend die Waage. Optimistische und vorsichtige Einschätzungen sind nahezu gleich stark vertreten. Nach drei schwierigen Jahren blickt der Handel vorsichtig auf das kommende Jahr.“
Eine genaue Analyse der Marktzahlen finden Sie in der nächsten Ausgabe des velobiz.de-Magazins, das am 8. April erscheint.
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