
HDE-Jahresprognose
Umsätze steigen leicht, Lohnnebenkosten belasten
Insgesamt hat der HDE 650 Handelsunternehmen zu den Erwartungen für die nächsten Monate befragt. Das Ergebnis: 42 Prozent der Händlerinnen und Händler gehen für das zweite Halbjahr von einer Stagnation ihrer Umsätze aus, während ein gutes Drittel mit Umsatzrückgängen rechnet. Zu kämpfen hat die Branche insbesondere mit den steigenden Lohnnebenkosten. Daher fordert der HDE eine Obergrenze von 40 Prozent bei den Gesamtsozialversicherungsbeiträgen.
Der HDE gibt auch einen Chart zur den Umsatzerwartungen in einzelne Produktbereiche heraus, darunter auch Fahrrad. Auch wenn bezweifelt werden kann, dass die Ergebnisse repräsentativ sind, kann festgestellt werden, dass die Umsatzerwartungen in der Fahrradbranche zumindest bei den befragten Fahrradhändler deutlich hinter andere Produktbereiche zurückfallen.
So lässt sich aus dem Chart herauslesen, dass 31 % ein Umsatzergebnis auf Vorjahresniveau, weitere 31 % ein Umsatzergebnis leicht unter Vorjahresniveau und 38 % einen Jahresumsatz deutlich unter Vorjahresniveau erwarten. Niemand erwartet einen Zuwachs. Zum Vergleich: Im Sportfachhandel rechnen immerhin 22 % der befragten Händler mit einem Gesamtumsatz, der deutlich oder zumindest leicht über dem Vorjahr liegt. Nur 19 % rechnen mit einem Jahresumsatz, der deutlich unter Vorjahr liegt.
Der HDE geht aufgrund der langsamen Aufhellung der Verbraucherstimmung und der von der Bundesregierung angekündigten nachhaltigen Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland von einer stabilen Umsatzentwicklung im Einzelhandel aus und behält daher seine Prognose für 2025 bei. Im Vorjahresvergleich ist ein nominales Plus von zwei Prozent zu erwarten, real entspricht das einem Plus von 0,5 Prozent.
Versprechungen einlösen
„Der Einzelhandel misst die neue Bundesregierung an ihren Taten. Sie hat versprochen, für spürbare Entlastungen zu sorgen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Darauf setzen die Händlerinnen und Händler“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Der Handel selbst habe in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er Verantwortung übernehme, ob als Versorger auch in Krisenzeiten wie der Pandemie oder als zuverlässiger Arbeitgeber, der einen immer höheren Mindestlohn schultert. „Jetzt ist es an der Zeit, dass die Politik Verantwortung übernimmt und Entlastungen auf den Weg bringt, die auch bei den Händlerinnen und Händlern ankommen“, fordert von Preen.
Dringender Handlungsbedarf bestehe bei den Lohnnebenkosten, die in den nächsten Jahren auf 50 Prozent zu steigen drohen. „Ein Bekenntnis der Bundesregierung zu einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge und zu einer dauerhaften 40-Prozent-Obergrenze ist überfällig“, betont von Preen. Gingen die Sozialversicherungsbeiträge ungebremst durch die Decke, seien massenweise Stellenstreichungen unvermeidbar.
Auch auf die Abkehr der Bundesregierung von der im Koalitionsvertrag verankerten Stromsteuersenkung für alle blickt der HDE weiterhin mit großer Irritation und Sorge.
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