Sanierungsplan wohl gescheitert
Fahrradhersteller Simplon meldet erneut Insolvenz an
Die Herausforderungen für Fahrradunternehmen sind weiterhin hoch, die Nachwehen der vergangenen Jahre mit Überkapazitäten, einer Konsolidierung der Nachfrage sowie Kostensteigerungen in der Produktion sind nach wie vor spürbar.
Der österreichische Fahrradhersteller Simplon musste deswegen bereits im Jahr 2024 ein Insolvenzverfahren beantragen. Ein Wiener Finanzinvestor sicherte anschließend den Fortbestand des Unternehmens und mit Christoph Manel wurde ein neuer, branchenerfahrener CEO vorgestellt
velobiz.de berichtete
, der angestrebte Sanierungsplan wurde von den Gläubigern angenommen. Im vergangenen Jahr erfolgten dann Einschnitte am Standort Hard in Vorarlberg, Teile der Produktion wurden nach Rumänien verlagert
velobiz.de berichtete
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Probleme bei der Betriebsübernahme
Doch offenbar ist es nicht gelungen, den Fahrradhersteller wieder in die Spur zu bringen. Die 2Rad Produktions GmbH als Nachfolger der Simplon Fahrrad GmbH hat soeben am Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.
Probleme bei der Betriebsübernahme werden als Ursache für die erneute finanzielle Schieflage gegenüber dem Kreditschutzverband KSV1870 genannt. So habe sich herausgestellt, „dass die Kommunikation seitens der ehemaligen Schuldnerin vor Anteilsübernahme nicht zur Gänze nachvollziehbar bzw. korrekt gewesen sei. Konkret seien die übernommenen Warenbestände bei Warenübernahme nach Erwerb unzureichend und nicht vollständig gewesen. In der Folge hätten bestehende Auftragsbestände nicht zügig abgearbeitet werden können, da Fehlteile einerseits die Fertigstellung und andererseits die Auslieferung verhinderten. Dies zog offenbar eine Beeinträchtigung der Lieferfähigkeit nach sich und teilweise Ausbleiben von Folgeaufträgen. In der Summe habe dies zur Liquiditätsbelastung geführt. Insgesamt sei laut KSV1870 von Verbindlichkeiten in Höhe von 33,4 Mio. EUR auszugehen, davon entfallen EUR 28,3 Mio. auf Verbindlichkeiten aus dem ehemaligen Sanierungsverfahren, welche nun wieder aufleben.
Simplon will einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent einbringen, zahlbar binnen zwei Jahre. Aktuell zählt das Unternehmen laut KSV1860 54 Beschäftigte. Betroffen von der Insolvenz sind rund 150 Gläubigerinnen und Gläubiger.
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